Wie der Titel andeutet, ist die Ausstellung von Olaf Menke inspiriert
von der Darstellung und dem Erleben des öffentlichen Raumes durch das
Internet. Seine 20 Bilder und eine Bodeninstallation sind Erkundungen
eines virtuellen Raums, die der Suchmaschinenanbieter Google mit seinem
Dienst „Street View“ ermöglicht.
Dabei verarbeitet der Künstler diese virtuellen Landschaften, indem ihn
die Rechenfehler bei der Zusammensetzung von einzelnen Bildern
interessieren, die durch Verzögerungen beim Datentransport entstehen
sowie die Unschärfen, die durch die Bewegung der Google-Fahrzeuge und
Menschen hervorgerufen werden und spannende Effekte erzeugen: Autos
parken über- und ineinander, Kotflügel explodieren im Farbrausch,
Menschen, die an Giacometti erinnern, bevölkern die Straße.
Laternenpfähle weisen surreale Knicke auf, unscharfe Objekte sind neben
gestochen scharfen auszumachen. Zeitsprünge werden sichtbar.
Gleichsam mit der Google-Kamera vor dem Auge trifft der Künstler die
Entscheidung, welche Bilder er aus dieser zufällig, absichtlich und
technisch manipulierten Welt festhält. Mit dem Schritt, diese Bilder in
Malerei zu übersetzen, wird aus den flüchtigen, virtuellen Bildern ein
reales Objekt aus Ölfarbe auf Aluminium.
Dieses Material ermöglicht ihm, in die fertige Malerei mit Radiernadeln,
Bürsten und Beiteln hineinzuarbeiten, wodurch expressive
Bewegungsspuren entstehen. Die Kratzer sind darstellende Analogien zu
den digitalisierten Autofahrten durch die Stadt und zu den Bewegungen
mit der PC-Maus durch die virtuellen Räume, aber auch Risse und
Verletzungen, die durch die Störungen der Intimsphäre entstanden sind.
Deshalb reflektieren die Bilder von Olaf Menke auch Verletzungen der
Privatsphäre durch den großen Datensammler Google. Besonders deutlich
wird dieser Aspekt in der 3 x 4 Meter großen Installation „Paris“, bei
der sich kleine Spionageroboter mit Kameras im Raum bewegen, Daten
sammeln und sie öffentlich machen.
Vernissage: 13. Mai, 11 UhrBegrüßung: Barbara Kroke
Einführung: Irina Enss
Musikalische Umrahmung: Christine Wasgindt, Violine und Susann Schmid, Oboe
Öffnungszeiten: Dienstag - Samstag: 14 - 18 Uhr, Sonntag: 11 - 14 Uhr
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